Das Alpwesen – Teil 2: Die Rückkehr

Kuh beim Almabtrieb

Selbst- oder fremdgeschmückt?

Wie das letzte Mal erörtert, werden das Vieh am letzten Tag der Almsaison in drei Gruppen eingeteilt, nämlich die Anwesenden, die Versprengten und die Gesprengten.

Dann wird ausgerufen, 5 Minuten gewartet und wenn sich eine noch nicht anwesende Kuh nicht mehr meldet, dann gilt sie als versprengt. Aus Sicherheitsgründen wird ihr Gepäck ausgeladen und kontrolliert gesprengt.

Wenn sie selbst hingegen schon während ihres Aufenthalts gesprengt wurde, dann ist das nicht notwendig. Aus Pietätsgründen wird sie trotzdem ausgerufen.

Wenn die Mächtigkeit der Menge der Ver- und Gesprengten Vieher der Mächtigkeit der leeren Menge entspricht, sagt der Alphirt dazu: „San alle xund zruckkemma“.

Die Tradition verlangt dann, dass sich die Vieher Blumenkränze um binden und sich ganz toll herrichten. Weil das aber oft zu lange geht, helfen ihnen die Hirten und Sennerinnen dabei.

Und dann gehts ab ins Tal, aber nicht überall gleich.

Vom Arlberg ostwärts wird abgetrieben, und abgefahren und in der Schweiz abgezogen.

Von der Abfahrt spricht man vor allem dann, wenn ein Großteil der Strecke im Schnee zurückgelegt werden muss.

Dass die Schweizer ziehen und die anderen treiben, könnte darauf schliessen lassen, dass in der Schweiz nur die Hirten dem Vieh den Weg ins Tal wissen, in Österreich und Süddeutschland hingegen nur das Vieh. Intensive Beobachtungen und Auswertungen von Satellitenfotos ergaben aber kein schlüssiges Bild. Wild geschmückte Rindviecher und ihre von Monaten aufm Berg gezeichneten Hirten geben ein schmuckes, durchmischtes Bild.

Besuchern und Zusehern sei noch mitgegeben, dass für die Schnäpse, die die Hirten bei der Ankunft im Tal erhalten, ein generationenlanges Training vorgesehen ist.

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